Mathe Känguru

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Welches Land verbindet jeder auf Anhieb mit dem Känguru?

Genau, das kann nur Australien sein. Das ist auch schon der Hintergrund, warum einer der am weitesten verbreiteten Mathematik-Wettbewerbe den ebenso witzigen wie ungewöhnlichen Namen “Mathe-Känguru” trägt. Doch eins nach dem anderen. Es waren Hochschulmathematiker von “down under”, die etwa Mitte der siebziger Jahre die Idee hatten, einen Mathematik-Wettbewerb auszutüfteln, der eigens auf Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen zugeschnitten war. Die Aufgaben sollten nicht zu leicht und auch nicht zu schwierig sein, sie sollten die Teilnehmer zum Denken inspirieren und sie sollten den Kindern und Jugendlichen vor allem Spaß machen. 1978 war es dann so weit. Die Mathematiker hatten einen sogenannten Multiple-Choice-Wettbewerb entwickelt, bei dem die Teilnehmer die richtige Lösung unter einer Vielzahl vorgegebener Antwortmöglichkeiten ankreuzen mussten. Das sprach sich so schnell herum und der erste Wettbewerb war so erfolgreich, dass bereits nach wenigen Jahren 80 Prozent aller Schulen Australiens sich zur Teilnahme anmeldeten. Die Begeisterung schwappte über und bald wurden auch viele andere Länder aus der Region des Südpazifiks in den Wettbewerbskader aufgenommen.

Wie das Mathe-Känguru zu seinem Namen kam

Natürlich konnte das Anliegen, mit diesem Wettbewerb durch Spaß und Freude bei jungen Menschen für die Mathematik zu “werben” auch auf anderen Kontinenten nicht unentdeckt bleiben. In den frühen neunziger Jahren beschlossen zwei Mathematiker aus Frankreich, die Idee zu übernehmen und einen entsprechenden Wettbewerb auch für die Schulen in ihrem Heimatland zu entwickeln. Andere europäische Länder wurden zur Mitarbeit eingeladen und im Sommer 1994 wurde in der Hauptstadt Paris der internationale Verein “Kangourou sans frontieres” (Känguru ohne Grenzen) feierlich gegründet. Das Känguru im Namen sollte dabei natürlich die Urheber der Idee und ihre australische Herkunft würdigen. Zudem hatte der mathematische Wettbewerb damit einen Namen bekommen, der einerseits jugendgerecht war, andererseits aber auch irgendwie stutzig machte – Mathe? Känguru? Das war genau die richtige und dazu auch noch sehr sympathische Mischung, um den Namen und damit natürlich auch den Wettbewerb schon bald in aller Munde sein zu lassen.

Das Mathe-Känguru verbreitet sich über die ganze Welt

Es war fast so, als wäre die Freude an dem Wettbewerb ansteckend. Ein Land nach dem anderen meldete Interesse zur Teilnahme an und inzwischen sind es über 40 Länder weltweit, die Jahr für Jahr mitmachen. Eine internationale zusammengesetzte Gruppe von Mathematikern arbeitet die Aufgaben aus, die für alle Länder so gut wie identisch sind. Das Reglement lässt dabei zu, dass pro Jahrgangsstufe bis zu fünf Aufgaben variiert werden dürfen. Damit wird dem Fakt Rechnung getragen, dass es in allen Ländern natürlich unterschiedliche Lehrpläne gibt.

Der große Tag für das Mathe-Känguru ist ein Donnerstag im März

Die Lehrpläne weltweit mögen unterschiedlich sein, der Termin für den Känguru-Wettbewerb ist überall gleich. Jeweils am 3. Donnerstag im März ist es so weit. Dann versammeln sich die Schüler in ihren Klassenräumen und die Aufgaben werden bekannt gegeben. Der Wettbewerb wird unter den gleichen Bedingungen wie für eine Klassenarbeit durchgeführt – schummeln und abschreiben gilt also nicht! Alle Schüler erhalten Aufgaben, die auf ihren jeweiligen Wissensstand abgestimmt sind und die sie in exakt 75 Minuten lösen müssen. In Deutschland sind es übrigens weit über eine halbe Million Schüler, die sich inzwischen dieser Herausforderung stellen. Damit nehmen sie nach Russland den zweiten Platz ein. Teilnahmeberechtigt sind dabei alle Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 3 bis 13. Es müssen allerdings an einer Schule mindestens 15 Teilnehmer zusammenkommen, um am Wettbewerb teilnehmen zu können. Zudem muss die Schule über eine verantwortliche Lehrkraft verfügen, die die Aufgaben verteilt und die Klausur beauftragt. In Deutschland wird der Wettbewerb von Berlin aus organisiert. Dort, an der Humboldt-Universität hat der Verein Mathematikwettbewerb Känguru e.V. seinen Sitz. Der Wettbewerb finanziert sich über ein relativ geringes Startgeld, mit dem alle Kosten abgedeckt werden. In diesem Jahr betrug es zwei Euro. Sieger und Verlierer gibt es beim Mathe-Känguru übrigens nicht. Die Ergebnisse werden – zumindest auf Länderebene – nicht miteinander verglichen. Das stände dem “Spaß an der Freude”-Gedanken wohl entgegen.

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