Adam-Ries-Wettbewerb

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Mit dem Adam-Ries-Wettbewerb wird ein großer deutscher Mathematiker gewürdigt

“Das macht nach Adam Riese …” wer hat diesen Satz nicht schon mal benutzt, wenn er für das Lösen einer Kopfrechenaufgabe ein bisschen Zeit schinden wollte? Doch nur wenige werden wissen, wen sie da eigentlich zu Hilfe rufen und wessen Namen sie mehr als 500 Jahre nach seiner Geburt auf diese Weise lebendig halten. Es ist der große Rechenmeister Adam Ries, der 1492 in Oberfranken geboren wurde (in dem Jahr also, als Christopher Columbus Amerika entdeckte) und später in Sachsen zu einem großen Mathematiker.

In der sächsischen Stadt Annaberg ist dem großen Denker heute ein Museum gewidmet, das in seinem ehemaligen Wohnhaus in der Johannisgasse 23 eingerichtet wurde. Hier kann der Besucher nicht nur sehen, wie Ries einst gelebt haben mag, hier kann er sich auch in den Methoden unterweisen lassen, mit denen der Mathematiker einst das Addieren und Subtrahieren, das Multiplizieren und das Dividieren für den allgemeinen Gebrauch vereinfachte. Er hat damit Unschätzbares für die Einführung der Geldwirtschaft geleistet.

Seit 1981 Adam-Ries-Wettbewerb für Schüler der 5. Klassen

Getragen wird das Museum vom Adam-Ries-Bund, der nicht nur auf diese Weise das Andenken an den Mathematiker lebendig erhält. Er organisiert auch den Adam-Ries-Wettbewerb, der bereits seit 1981 für Schüler fünfter Klassen durchgeführt wird. Der Wettbewerb richtet sich damit an Schülerinnen und Schüler sowohl von Mittelschulen als auch von Gymnasien. Im vergangenen Jahr nahmen über 3.000 Mädchen und Jungen aus Franken und Sachsen, aber auch aus Tschechien und Böhmen am Adam-Ries-Wettbewerb teil.

Der Wettbewerb ist auf drei Stufen angelegt. In der ersten Stufe lösen die Teilnehmer die ihnen gestellten Aufgaben in der Schule.

Stufe zwei sieht so aus, dass die besten 50 Teilnehmer aus Sachsen in die Adam-Ries-Stadt Annaberg-Buchholz eingeladen werden und sich hier weiterer mathematischer Tests unterziehen. Zehn junge Leute qualifizieren sich so für das Finale. Ganz ähnlich läuft das Auswahlverfahren in den anderen teilnehmenden Ländern und Regionen wie Thüringen, Oberfranken und Tschechien. Sie alle treffen sich zur Endrunde in Annaberg wieder.

Mit dem Adam-Ries-Wettbewerb Freude an Mathematik wecken

Der Adam-Ries-Wettbewerb verfolgt gleich mehrere Ziele. Eines zielt darauf ab, bei den jungen Teilnehmern das Interesse für Mathematik zu vertiefen und die Freude am Tüfteln, am Denken und Ausknobeln von Lösungen zu wecken; Mathematik gleichsam spielerisch zu erleben und zu entdecken. Gleichzeitig soll aber auch die Neugier auf Geschichte gefördert werden, hier natürlich insbesondere auf die Geschichte der Mathematik. Natürlich sollen auch die Leistungen und Verdienste von Adam Ries nicht zu kurz kommen. Jugendliche, die sich mit ihm und seinem Werk beschäftigen, tauchen tief in die Welt entschwundener deutscher Münzen und deutscher Maßeinheiten ein und lernen so nicht nur etwas über Mathematik. Sie erweitern auch ganz erheblich ihre Allgemeinbildung und betreiben gleichzeitig so etwas wie Heimatkunde. Schließlich und endlich soll mit dem Adam-Ries-Wettbewerb auch ein Schulterschluss zwischen den Städten Staffelstein, Erfurt und Annaberg hergestellt werden. Alle drei Städte spielen im Leben von Adam Ries eine sehr wichtige Rolle. In Staffelstein wurde er geboren, in Erfurt verfasste er seine ersten theoretischen Schriften, in Annaberg heiratete er und kaufte das Haus, in dem heute das Adam-Ries-Museum beheimatet ist.

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