Erdős, Paul

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Name: Paul Erdős

Geboren: 1913 in Budapest

Gestorben: 1996 in Warschau

Lehr-/Forschungsschwerpunkte: Kombinatorik, Zahlentheorie, Graphentheorie, numerische Mathematik, Wahrscheinlichkeitstheorie, Mengenlehre

Paul Erdős war ein ungarischer Mathematiker des 20. Jahrhunderts. Er war einer der produktivsten Mathematiker aller Zeiten und hatte seine Forschungsschwerpunkte in Kombinatorik, Zahlentheorie und Graphentheorie. Neben seinen substantiellen Beiträgen zur Mathematik ist er vor allem für seinen exzentrischer Charakter und seine außergewöhnliche Lebens- und Arbeitsweise berühmt.

Leben

Paul Erdős wurde 1913 in Budapest geboren. Er war das einzige von drei Kindern seiner Eltern, das die Kindheit überlebte. Seine jüdischen Eltern waren beide Mathematiklehrer. Schon früh in seiner Kindheit zeigte sich Erdős außerordentliches Interesse und Begabung für Mathematik. Unterrichtet wurde Erdős teils in der Schule, teils zu Hause. 1930 schrieb er sich an der Universität ein, was ihm als Jude nur gestattet wurde, da er der Gewinner eines nationalen Mathematikwettbewerbs war. Nur vier Jahre später erlangte er den Doktortitel in Mathematik. Wegen des zunehmenden Antisemitismus in Ungarn sah sich Erdős genötigt auszuwandern und ging mit einem Stipendium nach Manchester. 1938 nahm Erdős seine erste Anstellung in den USA, in Princeton, an. Er entwickelte die Gewohnheit von Campus zu Campus und von Konferenz zu Konferenz zu reisen, da er es nie lange am selben Ort aushielt. So hielt er es auch als er in den 50er Jahren an der amerikanischen University of Notre Dame und in den 60er Jahren an der Hebräischen Universität Jerusalem angestellt war. Seine Reisefreiheit wurde dabei im Kontext des Kalten Krieges mehrmals von den USA wie auch von den Niederlanden, England und der Sowjetunion eingeschränkt. Erdős erhielt zahlreiche Ehrendoktorate und wissenschaftliche Auszeichnungen, darunter die Mitgliedschaft in der Royal Society und der U.S. National Academy of Sciences. 1996 starb er an einer Herzattacke auf einer Konferenz in Warschau.

Legendärer Charakter, Lebensstil und Arbeitsweise

Erdős Lebensstil und Arbeitsweise erlangten einen legendären Status unter Mathematikern. Da er hauptsächlich aus dem Reisekoffer lebte, verzichtete er weitgehend auf persönlichen Besitz und stiftete gewonnene Preisgelder für wissenschaftliche oder wohltätige Zwecke. Erdős veröffentlichte so viele mathematische Artikel wie kein anderer und arbeitete dabei mit über 500 Kollegen zusammen. Aus dieser Tatsache entstand halb scherzhaft die Erdős-Zahl, die die Distanz im Graphen der Koautorenschaft  mit ihm bezeichnet  (die über 500 Koautoren Erdős tragen die Erdős-Zahl 1,  Koautoren der Koautoren Erdős die Zahl 2 usw.). Die einzigartige Produktivität von Erdős hing nicht nur mit seinen ständigen Reisen von Kollege zu Kollege zusammen, sondern auch damit, dass er sich mit Amphetaminen und viel Kaffee aufputschte. Seine ungewöhnliche Ausdrucksweise, sein exzentrischer Charakter und seine eigentümliche englische Aussprache taten ihr Übriges dazu, Erdős zu einer Legende zu machen. Bekannt ist er auch für die Idee eines göttlichen Buchs der perfekten Beweise für mathematische Sätze („The Book“).

Beiträge zur Mathematik

Erdős Forschungsschwerpunkte lagen auf  Kombinatorik, Zahlentheorie und verwandten Gebieten. Er interessierte sich weniger für die Entwicklung allgemeiner Theorien als für elementare, elegante Beweise spezieller Probleme. Solche Beweise fand er zum Beispiel für den Primzahlsatz oder Bertrands Vermutung (der Existenz mindestens einer Primzahl zwischen n und 2n).  Ebenfalls  mit Primzahlen befasst sich der Satz von Erdős-Kac, der besagt, dass die Anzahl der Primzahlfaktoren großer Zahlen annähernd normalverteilt ist. Erdős war ein Vorreiter der Anwendung wahrscheinlichkeitstheoretischer Überlegungen auf Zahlentheorie und Graphentheorie. In der Kombinatorik arbeitete Erdős unter anderem an der Ramseytheorie und der Theorie extremaler Graphen.

 

Bildquelle: Wikipedia

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