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Interview mit Prof. Dr. Stein zur Wirksamkeitsstudie

25. Februar 2010

Prof. Dr. Martin Stein lehrt am Institut für Didaktik der Mathematik und Informatik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von bettermarks. Gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Kathrin Winter hat er für die bettermarks-Wirksamkeitsstudie des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) an der Universität Ulm die Leistungstests in den Bereichen Bruchrechnen und arithmetische Grundlagen erstellt.

Professor Stein, wie bewerten Sie das Ergebnis der Wirksamkeitsstudie?

Ich bewerte das Ergebnis überaus positiv! Angesichts der Kürze des Erhebungszeitraums ist es sehr bemerkenswert, dass bei Schülern, die mit bettermarks arbeiten, eine so deutliche Verbesserung ihres Leistungsstands zu erkennen ist.

Der Lerneffekt war in den Klassen besonders hoch, in denen Lehrer das System überdurchschnittlich aktiv einsetzten. Hat Sie das überrascht?

Nein, das ist sehr plausibel, denn Mathematik muss nicht nur verstanden werden, sondern auch regelmäßig geübt werden. Bettermarks bietet dafür neben umfangreichen Übungsaufgaben schrittweise Hilfestellungen für Schüler. Der Schüler erhält passende Rückmeldungen zu jedem Arbeitsschritt, um nicht in Sackgassen zu geraten und Erfolgserlebnisse zu haben. Die Lehrer bekommen darüber hinaus detaillierte Auswertungen zur Lernaktivität und zum Leistungstand ihrer Klasse. Damit können Lehrer ihre Schüler zielgerichteter fördern – was ebenfalls zu einer Erhöhung des Lerneffekts beiträgt. Übrigens schnitten Schüler, die mit bettermarks arbeiteten, auch unabhängig von der Aktivität der Lehrer im Leistungstest zum Bruchrechnen hoch signifikant besser ab als Schüler, die ohne bettermarks lernten.

Erwarten Sie, dass sich Lehrer bereitwillig mit einem neuen System wie bettermarks beschäftigen werden?

Ja, zukünftig werden bundesweit Lehrer und Schulen von den Vorteilen, die Online-Lernsysteme bieten, profitieren wollen. Denn sie erleichtern nicht nur Schülern das Lernen, sondern auch Lehrern das Lehren. Mit bettermarks können Lehrer mit deutlich weniger Zeitaufwand Übungen erstellen und Auswertungen zum aktuellen Leistungsstand der Klasse kommen per Knopfdruck. Damit erhalten Lehrkräfte viel schneller einen Überblick über das Lernniveau jedes einzelnen Schülers und können gezielt dort fördern, wo es notwendig ist. Ich bin überzeugt, dass Lehrer mehr Zeit für die individuelle Förderung investieren können, wenn sie im Unterricht und für die Unterrichtsvorbereitung die Vorzüge des Internets einsetzen.

Gemäß Studie haben Jungen und Schüler mit besseren mathematischen Grundlagen einen größeren Lernerfolg mit bettermarks als Mädchen oder Schüler mit schlechterem Ausgangswissen. Wie erklären Sie das?

Ich kann mir vorstellen, dass Jungen schneller auf das Medium Internet „anspringen“ als Mädchen. Zum Glück ist der Schulalltag ja länger als 2 bis 5 Wochen, der Länge des Erhebungszeitraums. Ich vermute, dass sich dieser Unterschied im Hinblick auf den Wissenszuwachs zwischen den Geschlechtern mit der Zeit verwischt.

Was die Schüler mit den schlechteren mathematischen Grundlagen betrifft: Die Bruchrechnung baut, so wie die gesamte Mathematik, bereits auf Grundlagen auf. Der erste Leistungstest hat abgefragt, ob die Schüler über diese Basisfähigkeiten wie zum Beispiel Kopfrechnen oder gemeinsame Teiler finden verfügen. Es ist nur logisch, dass Schüler, die nicht über diese Basisfähigkeiten verfügen, weniger in der Bruchrechnung dazu lernen können. Im regelmäßigen Einsatz ermöglicht bettermarks übrigens das Schließen solcher Grundlagenlücken, weil das System den Schüler auf Basis einer Fehleranalyse zu den Kompetenzen zurück führt, die ihm fehlen. Dadurch entsteht ein Hilfesystem, das sich flexibel auf individuellen Stärken und Schwächen eines Schülers einstellen kann und dadurch ganz individuell unterstützt.

Sind denn Schüler, deren Lehrer bettermarks nicht oder nur wenig im Unterricht einsetzen, benachteiligt?

Nicht wirklich. Schüler können sich mit bettermarks auch eigenständig auf ihren Schulunterricht vorbereiten. So bietet das System Schülern die Möglichkeit, Aufgabenserien anzustoßen, die auf ihren aktuellen Lehrplan abgestimmt sind. In diesem privaten Lernbereich können sich auch Eltern einen Überblick verschaffen, welcher Übungsbedarf bei ihrem Kind besteht. Dadurch wird es Eltern erheblich erleichtert, den Lernprozess ihrer Kinder zu begleiten.

Prof. Stein, wir bedanken uns für das Gespräch!

Was ist bettermarks?

Bettermarks ist ein Online-Mathetrainer. Mit bettermarks können Schüler Mathe einfach online üben und sich gezielt verbessern.